2. Pädagogische Arbeit

2.1. Ziele unserer Arbeit

Unsere Ziele in der pädagogischen Arbeit leiten sich vom Menschenbild ab. Kinder haben Rechte, die es einzuhalten gilt. Unsere Ziele sollen Förderziele im Sinne des Freispieles sein und sich nach dem "Situativen Ansatz" richten. Unsere Förderziele sind:

  • Förderung der Grob- und Feinmotorik
  • Sprachförderung
  • Fähigkeit zur Knüpfung sozialer Kontakte
  • Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein
  • Toleranz
  • musische Fähigkeiten, Kreativität und Phantasie
  • bewusster Umgang mit der Natur und der Umwelt
  • Allgemeinwissen
  • Wertschätzung von Spiel- und Einrichtungsgegenständen

Die Grundlage unseres pädagogischen Handelns ist die Beobachtung des Kindes. Durch das Verhalten und seine Äußerungen können wir seine Interessen, Wünsche, Erfahrungen und Probleme erkennen und dementsprechend bewusst handeln. Wir verstehen uns als Partner des Kindes. Jedes Kind ist der Motor seiner eigenen Entwicklung, wir holen die Kinder dort ab, wo sie stehen.

Wir nehmen die Kinder ernst und überprüfen, ob unsere Regeln sinnvoll sind. Wir akzeptieren ihr Recht auf Nähe und Distanz, ihre Neugierde und Lebendigkeit. Wir geben ihnen Wertschätzung und Zuneigung unabhängig von Leistungen. Wir achten das Recht des Kindes auf eigene Gefühle und auf die Art, sie auszudrücken.




 


 

2.2. Freispiel

Das freie Spielen hat in unserer Kindertagesstätte schon immer seinen angestammten Platz -im sogenannten "Freispiel". Darunter werden alle im Bereich des Kindergartens möglichen Aktivitäten verstanden, das Kind kann Tätigkeiten und Material frei wählen, es entscheidet selbst, ob es allein oder mit einer frei gewählten Person oder Gruppe spielt, es entscheidet sich für den Ort, an dem es spielen möchte, es entscheidet selbst den Zeitpunkt und die Dauer des Spiels.

Neben der freien Wahl des Kindes aller Modalitäten, bietet das Freispiel die Gelegenheit, das Kind "freizulassen", d.h. es ist ihm auch die Freiheit zum "Nichtstun" zu gewähren, wenn es ihm ein Bedürfnis ist. Das Freispiel gibt dem Kind auch die Möglichkeit, sich "frei zu spielen", es kann seine Erlebnisse und Erfahrungen im Spiel umsetzen, sie ausdrücken und ausleben. Der Erzieher muss immer wieder neu darüber nachdenken, unter welchen Bedingungen das Kind frei spielen kann. Der Ausgangspunkt unserer sozialpädagogischen Bemühungen ist die Frage nach den Bedürfnissen des Kindes.

Wir bieten in unserer Kindertagesstätte durch unsere Räumlichkeiten eine gemütliche Atmosphäre, die die vielfältigen Bedürfnisse der Kinder befriedigen und sie auffordern, sich sicher zu fühlen. Jedes Kind kann täglich mit Erwartung und Spannung in den Kindergarten kommen. Voraussetzungen:

  • die Zeit zum ausgiebigen Spiel wird eingeplant
  • geeignetes Spielmaterial und Räumlichkeiten werden zur Verfügung gestellt
  • das Spielen der Kinder wird beobachtet und durch Mitspielen begleitet

Im Freispiel lernt das Kind Konflikte und Unstimmigkeiten mit anderen Kindern auszutragen. Für uns ist es wichtig, körperliche Aggressionen in sprachliche Auseinandersetzungen umzusetzen (Mitdenken und Verantwortungsübernahme).







 

2.3. Situativer Ansatz

Nach dem "situationsorientierten Ansatz" arbeiten heisst, Impulse, Ideen und Anregungen der Kinder aufnehmen. Haben wir die Interessen der Kinder geweckt, setzen wir es in bestimmte Angebote und Aktionen um. Durch Gespräche, Literatur, Spiele und Projekte werden Ereignisse gemeinsam aufgearbeitet, hier ist es uns wichtig, die Kinder mit einzubeziehen. Da die Wünsche der Kinder sehr unterschiedlich sein können, kommt es vor, dass wir zu verschiedenen Themen in der Gruppe arbeiten, wobei die Kinder ihre eigenen Grenzen kennenlernen bzw. erweitern.

2.4. Projektarbeit

Gruppenübergreifend erarbeiten wir mit den Kindern einzelne Projekte, die dem Alter entsprechend in kleinen Gruppen angeboten werden. So können auch die jüngeren Kinder vom Thema profitieren. Die Neugierde der Kinder steht stets im Vordergrund, die Kinder können ihrer Phantasie freien Lauf lassen, sie sollen experimentieren, austesten und einander helfen. Kindgerecht und spielerisch werden alle Sinne der Kinder einbezogen und Lösungen für Probleme gesucht. Als Hilfestellung steht die Erzieherin stets zur Verfügung.

2.5. Wurzelkinder

Das letzte beitragsfreie Jahr im Kindergarten gilt als besondere Herausforderung. Um den "Wurzelkindern" (=Schulanfängern) das letzte Jahr so spannend wie möglich zu gestalten, bieten wir das "Osnabrücker Sprachmodell" an. Es findet in kleinen Gruppen dreimal wöchentlich statt und ist besonders auf Migrantenkinder aufgebaut. Die Wurzelkinder werden in die Planung mit einbezogen und können so ihre Interessen anmelden und sich an der Projektarbeit beteiligen.

 Wie viel Hoffung
birgt eine Knospe in sich:
Etwas Neues entsteht,
ganz ohne Leistung,
ohne äußeren Druck,
ohne Anstrengungen
und Versagensangst.
Es bricht aus der Tiefe hervor
und wächst dem Himmel entgegen,
ein stllles Wunder,
das auch von Dir Besitz ergreift.

2.6. Religionspädagogische Inhalte

In unserer Kindertagesstätte steht das Wort Religionspädagogik nicht einfach so, für uns bedeutet es tägliches Miteinander, Gefühle ernst nehmen und christliche Werte durch Nächstenliebe und Rücksichtsnahme an die Kinder weitergeben.

Wir leben mit den Kindern im Alltag, Vertrauen schenken, Vergebung umsetzen, Liebe und Annahme jedes Einzelnen.

Biblische Geschichten, Lieder und das tägliche Beten vor den Mahlzeiten helfen uns in vielen Situationen, das Leben und die Welt zu begreifen. Der monatliche Kindergottesdienst für die "Wurzelkinder", sowie Gottesdienste und christliche Feste sind ein fester Bestandteil unseres Kindergartenjahres.

Einen hohen Stellenwert nimmt der jährliche Einschulungsgottesdienst ein, den wir gemeinsam mit der Moschee in Oker und der katholischen Kirche ausrichten, um den türkischen Kindern die christlichen Werte unserer Kita zu vermitteln und sie an unseren Ritualen teilhaben zu lassen.

 

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